Der USE-Standort in Teltow PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail

Bereits seit Ende 2009 betreibt die USE gGmbH in Teltow eine anerkannte Betriebsstätte der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM). Mit diesem Standort in der historischen Biomalz-Fabrik erweiterte das Sozialunternehmen seinen Radius auf das Land Brandenburg. Mit viel Kreativität und Engagement wird seitdem ein umfangreiches Angebot an Bildungs-, Arbeits- und Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit psychischen Erkrankungen aufgebaut. Die Arbeitsbereiche erwaltung, Hauswirtschaft / Kantinenbewirtschaftung, Garten- und Landschaftsbau, Metallbau, Schneiderei, Digitaldruck und der Baubetrieb gingen 2009 an den Start. Von Anfang an waren die Verwaltung und der Digitaldruck bei den Menschen mit Behinderung sehr begehrt. Den weniger nachgefragten Metallbau ersetzte man Anfang 2013 durch eine Tischlerei. In großen hellen Räumen arbeitet jeder Beschäftigte an einer Hobelbank. Mit Hobel, Säge und Beitel fertigen sie erste Übungsstücke. Mit ein wenig Übung und Geschicklichkeit entstehen hier aber auch Fußbänke, Kinderspielzeuge und Kleinmöbel. Im modern ausgestatteten Maschinenraum lernen die Beschäftigten den sicheren Umgang mit den Maschinen. Der erfahrene Arbeitsgruppenleiter und gelernte Tischler Volkmar Zander fördert jeden Beschäftigten entsprechend seiner Fähigkeiten. „Der Werkstoff Holz und die tollen Produkte, die die USETischlerei daraus anfertigt, üben eine große Anziehungskraft aus. Das bemerken wir bereits deutlich in unseren Erst-Beratungsgesprächen“, so Diplom-Psychologin Sonja Massow, Mitarbeiterin des Begleitenden Dienstes am Standort Teltow.

Frech, bunt und fröhlich

Seit Anfang Dezember 2012 hat die Schneiderei mit der neuen Fachgebietsleiterin Josefine Degraa ein neues Gesicht: Der Bereich entwickelt sich nun zur Textilwerkstatt. Die gelernte Herren-Maßschneiderin und Kostümassistentin brachte aus ihrer früheren Tätigkeit als selbstständige Kunsthandwerkerin viele kreative Ideen mit. Vor allem farbenfrohe und lustige Artikel für Kinder stehen nun auf dem Programm. Hier steht nun das Gestalten von textilen Objekten im Vordergrund. Aus bunten Stoffen mit schönen Farben und Mustern werden hier Produkte hergestellt, wie zum Beispiel ein Lampenschirm fürs Kinderzimmer. Für ihn wird ein Bezug zugeschnitten und umgenäht, um ihn dann mit bunten Motiven, die zuvor mit Schablonen ausgeschnitten werden, zu bekleben. „Für viele Menschen mit psychischen Erkrankungen ist gerade der Umgang mit den freundlichen und hellen Stoffen und den daraus entstehenden liebenswerten Produkten reizvoll. Ideal ist zudem, dass es auch ohne Vorkenntnisse leicht zu erlernen ist“, davon ist auch Sonja Massow überzeugt. Durch den Online-Vertrieb über www.josefines-kinder.de arbeitet die Textilwerkstatt auftragsorientiert. Das heißt, bei den meisten Kuscheltieren, Lampen oder Stoffbildern wissen die Beschäftigten, dass sie damit schon bald ein Kind glücklich machen werden.

use

Köstliche Gerüche

Als wenn dies nicht schon Veränderung genug wäre, entstand zudem noch ein komplett neuer Bereich am Teltower Standort. Auf dem Gelände der Biomalz Fabrik ist neben vielen anderen Gewerbetreibenden auch das Unternehmen Greenplan Products, ein Lieferant hochwertiger Gewürze und Spezialitäten aus aller Welt, beheimatet. Durch die räumliche Nähe entstand die Idee zur Zusammenarbeit: Im Bereich Konfektionierung werden nun wohlriechende Gewürze wie Vanilleschoten und –zucker, aber auch Salz und Pfeffer aus Madagaskar von den Beschäftigten abgefüllt. Dafür richtete man Ende 2012 neue Räume ein und holte den staatlich anerkannten Ergotherapeuten Heiko Martens an Bord. In den hellen, freundlich gestalteten Räumen weist er die Beschäftigten in alle Arbeitsschritte ein. Dazu zählen das gewissenhafte Abwiegen der Einheiten und das Abfüllen der Ware in Gläser, die dann etikettiert und versiegelt werden müssen. „Wir haben hier mittlerweile ein tolles Team, das sehr gut zusammenarbeitet“, so Martens. Einen besonderen Anreiz übt auch die Arbeitskleidung aus, die ein wenig an einen Coffee-Shop erinnert. Seit Anfang des Jahres tragen die Beschäftigten braune Sweatshirts, schicke Baumwollschürzen und schwarze Basecaps. „Wir sind auf einem guten Weg hier in Teltow. Die erhöhte Nachfrage zeigt das deutlich. Für uns ist es wichtig, dass Menschen mit seelischen Behinderungen einer sinnvollen und interessanten beruflichen Tätigkeit nachgehen. Arbeit bedeutet Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Sie erhöht die Lebensqualität nachweislich und hat einen positiven Einfluss auf die Krankheitsbewältigung. Wir orientieren uns in allen Berufsfeldern an den Ausbildungsrahmenplänen bundesweit anerkannter Berufe. Auch weiterhin werden wir alles tun, um den Beschäftigten eine sehr gute berufliche Rehabilitation zu bieten“, so Sonja Massow.

Von: Ursula Laumann
Quelle: USE Pressebericht

 
Kunst braucht Betrachter... PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail

gitarre... und sie kamen zu Scharen am 5. Teltower Kunst-Sonntag

Wer als Besucher des Kunst-Sonntags am 4. November die erste Ausstellungshalle betrat, wurde nicht allein zum Betrachter von Kunst aller Gattungen, sondern auch zum Zuhörer: Aus einer Ecke der großzügigen, angenehm übersichtlichen Halle drangen sanfte Gitarrenklänge. Hala Faisal (Abb.) sang leise, melancholische Lieder aus ihrer, uns fremden Heimat. Sie ist zwar eine Weltenbummlerin, lebte bereits in Paris, Moskau, New York und nun in Berlin, aber in ihrem Herzen bleibt sie Syrerin. Sie ist angekommen, aber die Suche nach „einem Zuhause“ dauert an. Die Zustände in ihrer syrischen Heimat unter dem verbrecherischen Assad-Regime schmerzen sie. In ihrer mitgebrachten Kunst setzt sie die Kraft der Weiblichkeit dagegen: „Die Frauen sind stark durch Schmerzen“, sagt sie und erzählt von Vergewaltigungen in ihrer Heimat. Ihre gelängten, ernsten Figuren wirken träumerisch entrückt, aber auch einsam – so wie Hala inmitten des Trubels des Kunst-Sonntags.

„Kunst wird erst zur Kunst durch ihren Rezipienten“, meint Bildhauerin Maja Smoltczyk. Deshalb mache sie auch bei solchen Events mit. Wäre doch schade, wenn viele spannende Arbeiten im Atelier vereinsamen. So wie ihre bemalten Terrakottaplastiken von Mann und Frau. Deren Beziehung verändert sich je nach Aufstellung. In Teltow schauen sie aneinander vorbei – die Geschichte einer Trennung. Während er noch ihren Blick sucht, wendet sie sich ab. Und diese beiden Figuren scheinen gleichsam aus ihrer Rolle zu schlüpfen und selbst zu Betrachtern zu werden wie ihre großen Schwestern und Brüder um sie herum.

Wie von selbst kommen Besucher über das Kunstbetrachten mit den Kunstschaffenden an allen fünf Ausstellungsstationen auf dem Fabrikgelände miteinander ins Gespräch. Darum geht es auch in erster Linie bei der Veranstaltung. „Als Plattform für Kommunikation und Austausch will sich der Kunst-Sonntag verstehen,“ so Initiator Dieter Leßnau, der von Jahr zu Jahr um mehr Professionalität und überregionale Ausstrahlung bemüht ist. Sein Konzept geht auf. Auch in diesem Jahr nahmen über 90 Künstler aus Nah und Fern teil.

Text/Foto: Jana Wierik
Quelle: Teltower Stadt-Blatt

 
Die Kunstszene kommt nach Teltow PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail

Der Kunstsonntag findet von außerhalb immer mehr Beachtung

TELTOW. Teltow und Kunstszene – ist das nicht ein Widerspruch ? Nein! Denn immer mehr profilierte Kunstschaffende nutzen den Teltower Kunstsonntag in der Biomalz- Fabrik, um sich zu präsentieren. Die Veranstaltung fand am Sonntag zum neunten Mal statt. Mehr als 2000 Besucher kamen, um rund 450 Arbeiten von 90 Künstlern zu sehen. Geboten wurde ein breites Spektrum von Malerei über Skulpturen aus Holz, Stein, und Metall bis zu Videokunst. Die Künstler kamen aus Berlin, München, Hamburg, Köln, Celle, aus Bad Belzig, Ludwigsfelde oder Wilhelmshorst. In diesem Jahr waren zudem acht neue Teltower Künstler zum ersten Mal mit dabei. Mit der Veranstaltung könnte Teltow zu einem Ausstellungsstandort mit wachsen- der Bedeutung werden, meint Wolfgang Haußner. Der gebürtige Bayer strebt von Berlin aus eine internationale Karriere mit seiner „transpikturalen Malerei“ an – einer Verbindung aus Fotografie und Farbe. Haußner hatte gerade erst auf der „ART.FAIR 2012“ in Köln ausgestellt – zu der etwa 30 000 Besucher kamen. Aber die entspannte Atmosphäre in Teltow gefällt ihm besser: „In Köln herrscht eine gewisse Steifheit mit dem Publikum, hier kommt man vielleichter mit ins Gespräch “. Und der Teltower Kunst-Sonntag sei „professionell organisiert“, sagt er. Für Künstler aus Berlin bietet Teltow eine echte Alternative zur Ausstellungssituation in der Metropole, meint Haußner. Die Aussicht, in der Hauptstadt als Maler bekannt zu werden, ist gar nicht so rosig. „Es gibt höchstens elf Galerien, die von internationaler Bedeutung sind“, so Haußner. Potentielle Käufer erwartet der Wahl-Berliner in Teltow nicht, „meine Bilder sind zu teuer“, sagt er, ihm gehe es vor allem darum, Kontakte zu knüpfen. Darum geht es auch der Kunst- Sonntag-Initiative. „Es soll keine Verkaufsmesse, sondern ein Podium zum Austausch von Gedanken sein“, sagt Initiator Dieter Leßnau. Der Teltower Galerist will seine Stadt aus dem tumben Rübchen-Image holen und stattdessen die hiesige Kunstentwicklung nach außen tragen. Leßnau verweist auf eine Studie der Pädagogischen Hochschule, demnach liegt der kulturelle Schwerpunkt des Landkreises in der Region Teltow – „nach der Anzahl der Aktivitäten“. „Mit dem Kunst-Sonntag demonstrieren wir, dass wir ein kulturelles Zugpferd sein wollen!“, sagt Leßnau. Dem Kreis scheint das bewusst zu sein, denn Landrat Wolfgang Blasig (SPD) hatte die Schirmherrschaft für die Veranstaltung übernommen. Die Bewohner in der Region müssen noch überzeugt werden. Denn die meisten Besuch er an diesem Sonntag kommen eindeutig aus Berlin, ein erheblicher Teil aus Potsdam, einige aus dem südlicheren Umland um Ludwigsfelde und nur ein verhältnismäßig geringer Anteil von hier. Mit dem Teltower Rathaus steht der Kunst-Sonntag auch nicht gut. Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD) erschien nicht zur Eröffnung, er war beim Halbmarathon am Teltowkanal. „Wir hatten angefragt, ob die Stadt uns sponsert“, sagt Leßnau, „die wollten bei der Auswahl der Künstler mitreden, aber wir wollen keine Jury“. Die Angst vor „Zensur“ und der gleich zeitig laufende Marathon hatten letztes Jahr dazu geführt, dass der Kunst-Sonntag aus der Altstadt an die Iserstraße zog. „Die Altstadt vermissen wir nicht“, sagt Leßnau. Die alte Fabrik ist wie geschaffen für die Präsentation großer künstlerischer Vielfalt. Als Einstieg vermittelt der moderne Flachbau angenehme Übersichtlichkeit. Wo im vergangenen Jahr noch chrom- blitzende Oldtimer standen, konnten sich am Sonntag profilierte Künstler, wie Wolfgang Haußner, zeigen. Im anschließenden Kesselhaus kamen die Skulpturen inmitten hoher, roher Ziegel- wände gut zur Geltung. Der Holzkünstler Hans-Ulrich Kittelmann erweckte mit seiner „Harfe“ sehr viel Aufmerksamkeit, er war permanent im Gespräch mit Besuchern. Durch das Treppenhaus im Alten Fabrikgebäude schlängelte sich eine Pergamentbahn mit Tuschezeichnung über vier Etagen. Ganz oben waren Gemälde von Künstlern zu sehen, die ihre Kreativität neben einem „bürgerlichen“ Beruf ausüben – oder, die sich noch nicht entschieden haben. Die 30 jährige Julia A. Hofmann aus Stahnsdorf hat ihr Studium abgeschlossen und will promovieren. „Aber wenn das nicht klappt, könnte ich auch freischaffende Künstlerin werden“, sagt sie. Sie malt sehr realitätsnah in Öl, es sind stille, sinnliche Momente, die sie eindrücklich festhält. „Ich bin heute mit vielen Leuten ins Gespräch gekommen“, sagt sie, „es interessiert mich, was die Betrachter in meinen Bildern sehen“. Nach dem Besuch der Ausstellung äußerte sich der Teltower Bodo Kotzomb (65) begeistert: „Das ist so vielseitig und es gibt so viele Künstler in der Region, die man gar nicht kennt“.

Quelle: Bäke Courier

 
Beim 5. Teltower Kunst-Sonntag zeigen rund 90 Künstler ihre Werke dem interessierten Publikum PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail

TELTOW - Da war wirklich für jeden Geschmack etwas zu finden. Beim fünften Teltower Kunst-Sonntag in der denkmalgeschützten Biomalz-Fabrik kamen gestern rund 90 Künstler aus den unterschiedlichsten Regionen und Richtungen zusammen und boten mit ihren Werken ein vielseitiges Kunstprogramm für Experten und Interessenten.

Auf über 2000 Quadratmetern Ausstellungsfläche gab es in den Fabrikhäusern unter anderem auf Leinwand gedruckte Fotografien, 3D-Gemälde, chinesische Tuschmalerei und Skulpturen aus Holz oder Metall. Ob knallbunt oder auch schwarz-weiß. Ob mit Ölfarbe, Acryl, Tusche oder Bleistift gemalt. Auch an Motiven gab es eine große Vielfalt – von Akt, über Blumenmotive bis hin zu Motorrädern oder heimischen Tieren. Besonders häufig verschlug es offenbar Berliner Künstler nach Teltow. Auch aus Ludwigsfelde, Pinnow, Bremen und sogar aus Polen kamen sie mit ihren Exponaten zum Kunst-Sonntag.

Die meisten Gäste begannen ihren Rundgang in der neuen Halle. Hier herrschte reges Treiben, die aufgebauten Wände boten Platz für jeweils bis zu fünf Werken eines Künstlers. Mehr durfte auch keiner präsentieren. Im Gewusel in der neuen Halle stachen besonders die Bilder von der Französin Catherine Désenfant-Bogner heraus. Der pinkfarbene Irokesen-Schnitt eines von ihr gezeichneten Punks leuchtete schon von weitem und zog die Besucher an. „Ich mag knallige Farben“, sagte grinsend die Kunstpädagogin, die aus Paris nach Berlin gezogen ist und auf Facebook vom Kunst-Sonntag erfahren hatte. Den fand sie „sehr spannend“ und die Möglichkeit des Austausches mit Kollegen und Publikum „ziemlich interessant“. Auch eine Stadtansicht und eine junge Frau mit roten Haaren und Hut hat die Französin farblich stark akzentuiert. Sehr kraftvoll!

Aber nicht nur erfahrene Künstler bekamen beim Kunst-Sonntag die Chance, Werke zu zeigen. Neben den Gemälden „Mohn“ und „Magnolie“ der Potsdamerin Lore Schall hing das Bild einer Wüstenlandschaft, gemalt vom Viertklässler Finn Eric Bleßmann, der Lore Schalls Enkel ist. Unweit entfernt stellte der Potsdamer Bernd Fülle seine Fotografien, die auf große Leinwände gedruckt waren, aus. Ob Hamburger Hauptbahnhof oder die Berliner Friedrichstraße. Beide Motive zogen die Blicke der Besucher auf sich.

Eine Halle weiter ging es plastischer zu: Die Metall-Skulptur eines Esels begrüßte die Besucher, am Ende des Raumes breitete sich ein aus Laub und Ästen gelegtes Mandala auf dem Boden aus. Angelika Watteroth, die in Teltow lebt und dort ein Atelier hat, zeigte im alten Fabrikgebäude ihre expressionistischen Ölgemälde. Gerade Linien sieht man auf all den mit dem Spachtel gefertigten Werken, etwa von der Teltower Andreaskirche, dem Alten Markt in Potsdam oder eines auf Pfählen gebauten Hauses am Nordseeufer.

Mitorganisator Galerist Dieter Leßnau, der in Teltow lebt, war am Abend zufrieden. Über 1500 Besucher kamen in die Biomalz-Fabrik und auch die Künstler reagierten positiv, sagte er der MAZ. Im nächsten Jahr findet der Kunst-Sonntag an gleicher Stelle am 3. November statt.

Von Friederike Steemann
Quelle: MAZ online

 
Qualität den Vorrang gelassen PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail

Kunstsonntag mit Namen aus Teltow, Deutschland und darüber hinaus

Teltow - Neue Besen kehren manchmal noch gar nicht so gut, zumindest nicht in Teltow. Dort hat es schon eine Weile gedauert, bis der „Teltower Kunst-Sonntag“ zu seinem Profil auch eine sichere Heimstatt fand. Im Zentrum der Stadt ging das ja nicht. Die fünfte Ausgabe dieses – in Worten: Groß-Ereignisses – gestern war zugleich die zweite in der alten Biomalz-Fabrik. Das könnte vorerst so bleiben, denn nun kennt man Konditionen, Kapazitäten, Ausstellungsflächen, Ansprechpartner, getreue Sponsoren und natürlich Künstler en masse, um so ein gewaltiges Event mit über neunzig Ausstellern und mehr als vierhundert Werken aller Genres ehrenamtlich und vor allem ohne Hilfe aus dem Stadthaus durchzuziehen.

Irgendwie ist der gestrige „fünfte“ dabei wie ein Meilenstein: Ob im vielgeschossigen Kontorhaus, der Quellmühle, dem Kesselhaus oder an einem anderen Ausstellungsort, überall spürt man mehr als zuvor den Willen, der Qualität den Vorrang zu lassen, nicht ihrem massigen Zwilling, der Quantität. Vom gediegenen Tafelbild über Skulpturen, Metallarbeiten, Installationen und Performances ist alles, was sich „Kunst“ nennt, vertreten. Eine logistische Meister-Leistung!

Die „Initiative Teltower Kunst-Sonntag“ um Dieter Leßnau hat sich jetzt sogar getraut, das Profil um das Medium Video / Film zu erweitern, was sehr zu begrüßen ist. Und noch etwas fällt sehr ins Gewicht: Die Weltläufigkeit dieser Schau. Ohne die Künstler vor Ort zu vergessen, findet man mehr oder weniger bedeutende Namen aus ganz Deutschland, und darüber hinaus. Polen scheint ein Stammgast geworden zu sein. Wer weiß, was da noch alles kommt!

Nach der feierlichen Vernissage und den Worten von Kultur-Ex Hinrich Enderlein im alten Kesselhaus war schon am Vormittag ordentlich „Betrieb auf’m Acker“, trotz des Mini-Eintritts von Euro Zwei. Treppauf-treppab lief das kunstverliebte Volk aus der nahen und weiten Umgebung, wie die Autonummern verrieten.

So ein flügge gewordener Teltower Kunst-Sonntag versteht sich ja ausdrücklich als Schaltzentrale zwischen Kunst, Künstler und Publikum, welches natürlich auch als Käufer oder Galerist ein gern gesehener Zaungast ist. Man kommt ins Gespräch, hört und sieht etwas vom Leben und den Erfahrungen der anderen, kurz, man geht anders heraus, als man hereinkam.

So erfuhr man hier von einer Initiative in Wittenberg, die sich zum Ziel setzte, verdienstvolle Nicht-Promis der Stadt für die Allgemeinheit zu porträtieren. Wäre auch Teltow anempfohlen, im Rathaus findet sich garantiert so einer, vielleicht im Finanzamt. Doch zurück zu Biomalz. Weil gleich in der Nachbarschaft nicht mehr mit superschmucken Oldies gehandelt wird, stand diese große Halle einer guten Zahl der malenden Zunft zur Verfügung. Jeder Teilnehmer durfte sich ja mit fünf Arbeiten eigener Wahl präsentieren, „jury-frei“, versteht sich.

Da kam mehr zusammen, als man in sieben Stunden Öffnungszeit schafft. Aber jeder sucht und findet bei solch einer Überfülle ja immer ein Stück von sich selbst: Ist der Künstler als Mensch schon ein Kosmos, so der Kosmos als Mensch auch ein Künstler. Man kommt immer bei sich selber an, Künstler wie Mensch.

In diesem Sinn malten die einen Enten mit Schatten, andere flogen ob ihrer Freude frei durch die Luft, dritte torsierten ein Holz, wieder andere lichteten eigenen Auges die Landschaften ab, welche sie selber sind, porträtierten Omas und Gatten. Sogar ein „Herbst-Mantra“ war dabei, „am Ende des Tages mit Wünschen“ zu verbrennen. Unverzichtbar auch die Kinderbilder einer Potsdamer Grundschule zum Thema „Mein Lieblingskuscheltier“ im Treppenflur vom Alten Kutscherhaus. Dieter Leßnau zeigt in seiner Galerie solche Arbeiten öfter.

Handschriften also so viele wie Künstler, Stile mehr, als die Akademien erlaubten, nun sage einer, was da noch fehlte!

Von: Gerold Paul
Quelle: pnn.de

 
Kunstoffener Sonntag in Teltow PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail

Kunstoffen_TeltowerStadtblattAm 4. November wird die Biomalz-Fabrik zur Kunst-Fabrik

Der Teltower Kunstsonntag, längst eine beliebte Begegnungstätte für Künstler und Kunstfreunde, öffnet in diesem Jahr am 4. November von 10 bis 17 Uhr zum fünften Mal auf dem Gelände der Alten Biomalz-Fabrik seine Pforten. Die 90 teilnehmenden Künstler werden ein breites Spektrum an Stilen, Farben und Formen mitbringen. Annähernd 450 Werke verteilen sich auf fünf Stationen. Die ausstellenden Künstler sind vor Ort und freuen sich auf den Austausch mit Publikum.

Ihre Teilnahme sagten neben regional bekannten Größen der Kunstszene unter anderem profilierte Künstler aus Berlin, München, Hamburg, Köln, Celle und Eschwede zu, die international im Gespräch sind, so bereits in St. Petersburg, Tokyo, Paris, New York und London ausgestellt haben. Die Veranstalter freuen sich, dass wieder polnische Maler an dem Kunstereignis teilnehmen. Neben Malern werden Fotografen, Holz- und Steinbildhauer, Keramiker und Videofilmer zu verschiedenen Themen vor Ort sein. Wie bereits bei den vorausgegangenen Teltower Ausstellungen erfolgte weitgehend eine juryfreie Themen- und Werkwahl. Jeder Aussteller hat die Möglichkeit, bis zu fünf Arbeiten vorzustellen.

Neu ist in diesem Jahr eine kleine Broschüre, die Dieter Leßnau als Cheforganisator drucken ließ. Mit Foto, Kontaktdaten und jeweiligem Standort auf dem Biomalz-Gelände informiert das Heft über die teilnehmenden Künstler. Unterstützt vom Landkreis Potsdam-Mittelmark, der Geschäftsleitung der Alten Biomalz-Fabrik sowie Lotto als Sponsor, haben Landrat Wolfgang Blasig auch in diesem Jahr die Schirmherrschaft und Dr. Hinrich Enderlein (brandenburgischer Kulturminister a. D.) die Moderation des Teltower Kunstspektakels übernommen.

M. Pieske/jaw
Quelle: Teltower Stadtblatt

Der Teltower Kunst-Sonntag findet am 4. November von 10–17 Uhr in der Biomalz-Fabrik, Iserstr. 8–10 statt. Parkplätze sind ausreichend vorhanden. Für Personen, die nicht gut zu Fuß sind, steht am S-Bahnhof Teltow Stadt am Taxistand ein Zubringer-Kleinbus bereit. Die Besucher zahlen 2,00 Euro Eintritt.

 
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